Tag 13 - Fairfax Station - Lancaster - Philadelphia

Eigentlich wollten wir gegen 9 los. Da aber das Kofferpacken am gestrigen Abend nicht wie geplant erfolgte, mussten wir nun am Morgen noch unsere Sachen zusammenpacken. Es wurde dann also doch später... Gestern abend hatten wir noch beschlossen, dass wir bereits einen von Stephanies Koffern mit ihren Wintersachen mitnahmen, da wir bei der Lufthansa noch die Möglichkeit hatten, 2 Gepäckstücke pro Person kostenfrei befördert zu bekommen. Und die Idee erwies sich als richtig gut, weil wir echt Probleme hatten, unsere Klamotten in unsere 3 Koffer zu bekommen! So konnten wir noch einiges von unserem Zeug in Stephanies Koffer unterbringen, der noch nicht ganz voll war. Als endlich alles gepackt war, hieß es Abschied nehmen von Stephanie, was Moritz wieder sichtlich schwer fiel. 

Noch schnell ein Familienfoto gemacht, soviel Zeit musste sein!


Noch war es lustig, aber die Stimmung schlug dann schnell um, als wir uns ernsthaft verabschieden mussten.

Am schlimmsten traf es wieder unseren Junior, bei dem dann doch die Tränen getrocknet werden mussten.


Und los ging's für uns drei Richtung Philadelphia.

Unterwegs wollten wir noch in Lancaster halt machen, um uns einen Einblick ins Leben der Amish People zu verschaffen. Die Strecke bis nach Lancaster zog sich mal wieder etwas länger hin als erwartet und Stau gab es unterwegs auch.

Im Lancaster County fanden wir ein kleines Amish Village für uns Touris :-)  Es gab eine kleine Führung durch das Haupthaus, wo einem die Lebensweise der Amishpeople erklärt wurde. Es war nicht ganz so einfach, der Erzählerin zu folgen, und nebenbei aber auch noch die Fragen von Moritz zu beantworten. Es war sehr interessant, aber für uns völlig unvorstellbar, heute so zu leben.

Es hingen in einem Raum Kleider einer Familie, die mich total an die Schneiderstube meines Opas erinnerten. An den Kleidern sah man überall Nadeln aufblitzen. Genauso sahen auch immer die Kleider beim Opa aus, wenn sie für die Kunden zur Anprobe dahingen. Allerdings waren die Kleider bei den Amish genauso schon fertig! Da sie keine Knöpfe benutzen dürfen, werden die Sachen mit Kleidernadeln geschlossen.


Ebenso tragen sie keine Gürtel, da diese an Zaumzeug für die Nutztiere erinnern, und das unter ihrer Würde ist.

Die meisten Amish Farmen sind nicht ans Elektrizitätsnetz angeschlossen. Technische Geräte benutzen sie nur, wenn sie mit Gas laufen.

Und da die ersten Siedler dieser Gruppe aus der deutschsprechenden Schweiz kamen, wird heute noch der Bibelunterricht in Deutsch abgehalten und Deutsch auch in der Schule gelehrt. Moritz fand es toll, in dem Schulgebäude deutsche Arbeitsblätter sehen zu können.


Auf dem Gelände war unter anderem auch ein Laden, in dem man Lebensmittel kaufen konnte. Und Moritz hatte dort eine abgepackte kleine dünne Salami gefunden. Man konnte richtig sehen, wie ihm das Wasser im Munde zusammenlief :-)

Also wurde eine gekauft und von Moritz auch gleich verspeist. Es zeigte sich immer mehr,

wie sehr unser kleiner Mann bereits nach fast 2 Wochen unser deutsches Essen vermisste!

Die typischen Amish-Gespanne, die man überall im Lancaster County auf den Straßen sieht,

da die Hardcore Amish auch heute noch keine Autos fahren.

Nach dem Besuch dieses Museumsdorfes fuhren wir noch ein wenig ziellos durch die Nebenstrassen und konnten dort noch einige der Amish-Pferdewagen und Farmen sehen. Das kommt manchmal schon etwas skurril rüber...

... und es boten sich einem schon groteske Bilder. Neben supermodernen Farmen bewirtschaftete z.B. ein Amish mit einem Ochsen sein Feld. Oder die Kinder, die auf der Straße spielten. Die Buben mit ihren Strohhüten und die Mädels mit ihren Schürzenkleidchen und den Kappen,

das hatte was von ´Unserer kleinen Farm´...

Am frühen Nachmittag ging es dann schliesslich wieder weiter Richtung unseres eigentlichen Ziels: Philadelphia.

Natürlich gerieten wir abermals in einige Staus und ansonsten zuckelten wir mit maximal 65 Meilen auf den Interstates dahin.

Ca gegen halb 5 erreichten wir erst Philadelphia. Und warum sagte uns keiner vorher, dass diese Stadt sooooo grooooß ist??? :-D

Unser gebuchtes Hotel lag außerhalb der Stadt und wir fuhren gefühlte Stunden durch Philadelphia!

Aber der Anblick, der sich uns allein von der Autobahn bot, haute uns total von den Socken und es stand sofort fest:

Hier müssen wir noch mal her, denn dieses Mal blieb es für uns nur bei der Durchfahrt...

Also fuhren wir gleich ins Hotel und verabschiedeten uns von unserem Plan Phili anzuschauen (ist eh nicht an 1 1/2 Tagen zu schaffen).

Das Hotel erwies sich als absoluter Glücksgriff! Es war das edelste, welches wir bisher besucht hatten und wir fanden es schade,

dass Stephanie das nicht mehr mit uns genießen konnte.

Fürs Abendessen entschieden wir uns allerdings gegen unser Hotel. Die Preise waren uns dort doch etwas zu happig, und so landeten wir in einem typisch amerikanischen Steakhouse. Eines, wo es viele große Fernseher gab, auf denen die unterschiedlichsten Sportarten liefen. Auf den zu unserem Tisch am nächsten gelegenen Bildschirm lief Golf. Der "große Tiger Woods" spielte gerade. Bäda meckerte gleich los, dass man da mal wieder sieht, dass Golf "eigentlich kein Sport sei".

"Schau dir doch mal die Spieler an! Keiner richtig schlank, alle schieben ´ne Kugel vor sich her!

Und dann spielen sie jeden Tag und treffen beim Turnier doch nicht das Loch!"  :-D
Nach unserem reichhaltigen Essen (kleine oder "normale" Portionen gibt es ja nicht in Amerika)

vertrieben sich Bäda und Moritz noch den Abend im hoteleigenen Schwimmbad und Whirlpool.

Moritz hatte hier kein eigenes Bett in unserem Zimmer und musste so bei uns mit nächtigen. Aber das Bett war sooo riesig,

da könnte man auch zu viert drin schlafen! Und es gab endlich mal wieder eine richtige Decke zum Zudecken und nicht nur dieses einfache Laken! Wir hatten also eine wunderbare Nacht vor uns, auch wenn der Wecker morgen früh wieder zeitig klingeln würde.....

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