Für uns hieß es heute, von dem kleinen Ort Myrtos Abschied zu nehmen- ein neuer Ort wartete auf uns.
Wir packten unsere Sachen zusammen und verweilten noch einen Augenblick an der Strandpromenade.
Und dann ging es auch schon weiter. Endziel sollte am Spätnachmittag Matala sein.
Als Zwischenstopp hatten wir einen Besuch der Ausgrabungsstätte Gortys geplant.
Dort hinzukommen stellte sich dann als gar nicht so leicht raus.
Die Ruinen sind in Olivenhainen versteckt und die braunen Wegweiser waren teils ziemlich zugewachsen und während des Fahrens schwer zu entdecken. So fuhren wir auch erst mal komplett dran vorbei. Das Navi zeigte uns den Parkplatz nicht an.
Wir sahen nur anhand der Karte, dass wir bereits daran vorbeigefahren sein mussten. Also wieder zurück.
Im dritten Anlauf landeten wir schließlich auf dem Parkplatz direkt vor dem Kassengebäude.
Wir zahlten 4 Euro pro Person Eintritt.
Bekannt ist diese ausgegrabene Stadt, die bereits im 1.Jahrhundert vor Christi entstanden sein soll, für einen in Stein gemeisselten Gesetzestext.
Diese Zeilen auf den Steintafeln sollen die ältesten in Europa gefundenen sein.
Gleich zu Beginn der Ausgrabungsstätte passiert man einige gefundene Statuen.
Als nächstes kamen wir zur Titus-Basilika, welche aus dem 6. Jahrhundert n.Chr. stammen soll.
Sie soll nach dem ersten Bischof von Kreta benannt sein.
Von der Titus-Basilika ist nur noch der hintere Teil mit dem Altar erhalten.
Als nächstes kamen wir zum Amphitheater.
Hier im Odeion von Gortys sollen Aufführungen und Wettkämpfe veranstaltet worden sein.
Hier waren dann auch hinter Gittern die besagten Gesetzestafeln zu sehen.
Sie stammen aus der Zeit um 500 v.Chr. und sind in griechischer Schrift. Erhalten blieben zwölf von einst 20 dieser Tafeln.
Nach soviel Geschichte und Kultur brauchren wir eine kleine Verschnaufpause.
Hinter dem Kassenhäuschen war ein kleiner Garten angelegt mit paar Sitzmöglichkeiten.
Dort gab es einen kleinen Shop, der allerhand Touri-Schnick-Schnack anbot, aber auch Kaffee, Getränke und Eis.
Wir kauften uns ein Eis und rasteten einen Moment.
Dieses "Freiluftmuseum" war übrigens recht gut besucht, es wurde unter anderem von mehreren Touranbietern mit Bussen angefahren.
Wir hatten glücklicherweise gerade ein Zeitfenster erwischt, wo der erste Schwung des Tages bereits wieder abgefahren war
und der nächste kam gerade, als wir das Gelände wieder verließen.
Wir erfuhren dann noch, dass es über die Straße hinweg noch weitere Ruinen aus der römischen Zeit zu sehen gab.
Hier konnte man ohne Eintritt zahlen zu müssen einfach durchs Gelände streifen.
Das taten wir dann auch. Anfangs liefen wir durch den Olivenhain und sahen gar nichts.
Wir fragten uns schon, ob wir überhaupt am richtigen Ort waren.
Dann entdeckten wir aber doch paar Mauerreste.
Für uns waren das aber nicht mehr als paar Steinhaufen. Und so wurde es uns dort recht schnell langweilig.
Auf googlemaps sahen wir allerdings noch einen "Tempel des Apollo" eingezeichnet.
Wir holten unser Auto und fuhren ein Stück weiter. Wir waren sehr gespannt, was uns dort noch erwartete.
Als erstes mal eine kleine Kirche, bei der wir parkten. Ansonsten ließen wir sie zunächst links liegen.
Ein Hinweisschild wies den Weg zum Apollotempel aus. Es führte ein ausgetretener Wanderweg dorthin.
Wir landeten so an der nächsten Ausgrabungsstelle.
Diese war allerdings nicht begehbar, sie war großflächig mit einem hohen Maschendrahtzaun abgesperrt.
Das war also mal der Tempel des Apollo.
Wir liefen das komplette eingezäunte Areal ab. Das war riiiiiieeeesig!
Außer einem weiteren älteren Pärchen begegneten wir hier niemandem.
Also die Mehrzahl der Besucher zieht es dann wohl doch nur zu der ersten Ausgrabungsstelle.
Uns sollte es recht sein!
An diesem Zaunpfahl musste es wohl ein besonderes Leckerli für die Schnecken geben :-D
Wir kamen zurück zur Kirche, wo unser Auto parkte, der wir nun etwas mehr Beachtung schenkten.
Am Rande der Kirche fanden wir eine Schautafel, die uns über diesen Ort aufklärte.
Wir befanden uns am Rande des Dorfes Agii Deka, was übersetzt soviel heißt wie "zehn Heilige".
Dieser Name bezieht sich auf ein Ereignis im Jahr 250 n. Chr., als zehn kretische Männer hier während der religiösen Verfolgungen des römischen Kaisers Decius den Märtyrertod durch Enthauptung starben. Zum Gedenken an diese Märtyrer wurde später im 12. Jahrhundert eine Kirche an der Stelle errichtet, wo sie geköpft worden sind. Diese Kirche befindet sich im Zentrum des Dorfes, wo wir allerdings nicht extra hinliefen.
Wir standen aber vor einer jüngeren Kirche, in der sich die Gräber der Märtyrer befinden sollen.
Wie das aber zeitlich zusammenpassen soll- keine Ahnung!
Wurden die Leichen exhumiert und neu eingebettet??? Wir fanden keine Antwort darauf...
Die Kirche war offen und wir konnten so einen Blick hineinwerfen.
Sie war sehr schlicht gehalten:
Und unterhalb dieser kleinen Kapelle sollen also die Gräber der ermordeten Märtyrer sein.
Wir stiegen hinab und sahen sie uns an.
Dann wurde es für uns aber langsam Zeit weiterzufahren.
Ohne weiteren Zwischenstopp düsten wir weiter zum Ort Matala, welcher in einer malerischen Bucht liegen sollte.
Wir waren gespannt und freuten uns nun schon darauf.
Direkt am Strand hatte ich keine bezahlbare Unterkunft für uns gefunden, weshalb wir etwas außerhalb in einer Pension eincheckten.
Dort wurden wir total herzlich empfangen und einer der Eigentümer führte uns zu unserem Zimmer.
Die komplette Anlage war etwas größer. Am Eingang befand sich die Rezeption mit kleiner Bar sowie ein eigentlich schöner Swimmingpool,
der aber zu Bädas Leidwesen noch nicht befüllt war. Im Anschluß gab es eine große Liegewiese mit einigen Orangenbäumen
und erst dann folgte das Nebenhaus mit den einzelnen Zimmern.
Einen großen Nachteil dieser Unterkunft hörten wir bereits. Gleich gegenüber wurde eine neue Anlage gebaut. Der Betonmischer lief, es wurde gehämmert und geschraubt. Um es aber vorwegzunehmen: unsere Befürchtungen traten zum Glück nicht ein, wir erlebten dort ruhige und entspannte Tage. Baustellenlärm erlebten wir nur bei unserer Ankunft. Die nächsten Tage lag die Baustelle komplett brach und es war ruhig.
Das Zimmer war für den Preis eigentlich voll in Ordnung bis auf mein Problem mit der Badtür, die aus Milchglas bestand.
Mag blöd klingen, aber ich konnte dort nicht auf die Toilette gehen, sobald wir zu zweit im Zimmer waren. :-D
Irgendeinen Spleen hat halt jeder!
Zum Glück gab es auf dem Gelände noch eine öffentliche Toilette. :-D
Kaum hatten wir unsere sieben Sachen verstaut, da zogen wir auch schon wieder los.
Wo zog es uns hin??? Natürlich als erstes zum Strand!
Den erreichten wir in ca 10 Minuten zu Fuß. Also war die "auswärtige Lage" unserer Unterkunft überhaupt kein Problem.
Diese Bucht war einfach ein Traum! Zumindest um diese Jahreszeit.
Da sie aber nicht wirklich groß ist, mochten wir uns gar nicht ausmalen, wie es da im Sommer wohl zugehen mag!
Egal, es war noch nicht Sommer und der Ort zwar nicht einsam aber auch nicht überfüllt.
Wir hatten noch nicht richtig gegessen und nun ziemlich Kohldampf.
So schlenderten wir durch die Gasse mit den Lokalen und suchten uns eine Taverne aus, die uns einen Blick aufs Meer bot.
Herrlich, so schmeckte es gleich doppelt so gut!
Es war eine kleine aber feine Taverne, die nicht allzu viele Tische hatte.
Einrichtung gefiel uns, Bedienung war supernett, musste nur noch das Essen überzeugen.
Und das tat es!
Alles schmeckte richtig lecker!
Und zum Abschluss gab es dann noch ein tolles Lichtschauspiel mit den Wolken und der Sonne am Himmel.
Kann ein Tag schöner enden???
Jaaaaa!
Mit einem guten Glas Rotwein und Ouzo dazu an der hoteleigenen Bar :-)
Wir waren die einzigen Gäste und derBetreiber der Pension war gleichzeitig unser Barkeeper.
So hatten wir mit ihm einen schönen Abend mit interesanten und lustigen Geschichten, die wir uns erzählten.
Mit so einem netten Gesprächspartner blieb es natürlich nicht bei einem Wein und Ouzo ;-P
Aber schließlich würden wir so jung nicht mehr zusammenkommen :-D
Unterkunft:
Dimitris Villa Hotel, Matala
DZ für 3 Übernachtungen ohne Frühstück 119.- Euro