Tag 6

Donnerstag, 18. April 2024

Nach dem Tag Ruhepause waren wir nun wieder bereit, etwas mehr zu wandern.

Unser Plan war, von unserem Strand aus nach rechts der Küste entlang zu laufen.

Gesagt, getan:

Es herrschte wieder strahlender Sonnenschein, allerdings einhergehend mit einem recht starken Wind.

Egal, Hauptsache Sonne!

Wir bekamen unterwegs dann einen herlichen Blick auf Myrtos:

Allerdings wurde der Weg immer unangenehmer zu laufen. Fußweg gab es keinen, wir teilten uns die Straße mit den vorbeifahrenden Autos.

Die kamen aber doch recht schnell auch in uneinsehbare Kurven geschossen. Da wurde uns schon etwas mulmig.

Dann zog auch der Wind immer stärker auf. Bäda empfand den durch die Luft wirbelnden Sand so unangenehm auf der Haut, dass er sich seine Regenjacke überzog. Mir machte das nichts aus.  ;-P

Wir beschlossen also, wieder umzudrehen. 

Mir fiel ein, dass ich auf der Karte etwas außerhalb des Ortes eine alte Brücke gesehen hatte.

Wo genau die war, wusste ich allerdings nicht mehr. Auf langes auf der Karte suchen, hatten wir keine Lust.

So nahmen wir einfach den erstbesten Weg, der sich uns nach Ortsende bot und uns von der Hauptstraße wegführte.

Hier auf dem "Land", weg vom Meer, spürten wir fast nichts mehr vom Wind.

Im Gegenteil: die Sonne brannte wieder vom Planeten, dass wir uns nun fast ein Lüftchen wünschten  :-D

Neben unserem Weg schlängelte sich ein total ausgetrocknetes Flußbett entlang.

Dort wuchsen mittlerweile schon dichte Büsche und kleine Bäume, dass wir uns fragten, 

wann dort wohl das letzte Mal richtig viel Wasser entlangfloß.

Wir kamen an Reihen von Gewächshäusern vorbei, 

die aber allesamt schon bessere Zeiten gesehen haben dürften.

Unseren Hunger stillten wir immer wieder mal mit köstlichen Loquats,

die unseren Weg rechts und links säumten. Mhhh, lecker!

Hey, was macht ihr beide denn da in aller Öffentlichkeit?

:-P

Und dann: Tataaaa! 

Wir erreichten tatsächlich die Brücke, über die ich bereits daheim bei der Planung gestolpert war.

Diese alte Steinbrücke nördlich von Myrtos wurde laut Inschrift im Jahr 1884 erbaut.

Schaute schon imposant aus!

Oberhalb der Brücke entdeckten wir diese kleine Kirche.

Hinter der Kirche bot sich uns ein phänomenaler Blick aufs dahinter liegende Tal und die umliegenden Berge:

Unser Wanderweg endete und wir landeten auf einer Verkehrsstraße.

Das war gar nicht nach unserem Gusto.

Wir liefen am Straßenrand weiter bis sich uns die erste Gelegenheit bot, 

auf eine kleine Nebenstraße abzubiegen.

Nach kürzester Zeit landeten wir wieder auf kleineren Wegen, wo sich kaum Autos hin verirrten.

Uns kam kein einziges entgegen.

Wir kamen an einigen Feldern mit Orangenbäumen vorbei.

Ein herrlicher Duft lag dort in der Luft!

Zu unserem Leidwesen waren diese Felder komplett eingezäunt und die ersten Orangenbäume standen weit entfernt vom Zaun.

Ok, so konnten wir wenigstens nicht straffällig werden  ;-D  Das Pflücken von paar Orangen blieb uns so verwehrt.

Na dann hielten wir uns halt weiter ans Ernten von den Loquats!

An paar Bienenstöcken kamen wir auch vorbei.

War das ein großes Summen!

Bäda ermahnte mich sofort, ich solle ja nicht zu nah an die Behausungen gehen!

Ts ts ts, was er mir manchmal zutraut....  ;-)

Als nächstes lag ein Friedhof auf unserem Weg.

Auch der hatte eine so tolle Lage, mit unglaublich schönen Aussichten, dass wir ihn kurz inspizierten.

Und weitere Orangenfelder:

So nah und doch so weit entfernt. Es war einfach kein Rankommen möglich.

Schade um die Früchte, die dort schon zu faulen begannen.

Neben Orangen wuchsen dort auch Zitronen.

Hätten wir jetzt so bereits im April nicht erwartet.

Uns faszinierte die ganze Zeit bereits die Wasserversorgung.

Mitten auf den Straßen befand sich immer wieder so ein Wirrwarr aus Schläuchen, Pumpen, Zu- und Abläufen.

Irgendwie nicht vorstellbar bei uns in Deutschland: da hätte sicher irgendein Clown seine Finger nicht davon lassen können....

Wir landeten schließlich wieder im Ort Myrtos.

Uns gefiel der Ort mit seinen kleinen Häuschen ausgesprochen gut.

Nach dem vielen Laufen hatten wir Durst

und in einer der Bars wartete auf uns ein Plätzchen mit direktem Blick aufs Meer.

War echt gemütlich hier!

Eigentlich wollten wir nur etwas trinken, aber nachdem das Essen, welches an unserem Nachbartisch serviert wurde,

so lecker aussah, schoben wir unser "Abendessen" nach vorn und bestellten uns etwas.


Es war eine richtige Entscheidung! Es war sooo lecker!

Das kleine Restaurant hatte sich nach unserer Ankunft rasant gefüllt. Kein Tisch war mehr frei.

Aber das war nur von kurzer Dauer. Die Menge an Leuten gehörte zusammen zu einer Reisegruppe. Die aßen und tranken nur ganz schnell was

und schon waren sie wieder entschwunden. Da waren wir schon gemütlicher unterwegs ;-P

Allerdings fror es uns mittlerweile im Schatten. Aber nachdem die anderen Gäste fast allesamt wieder weg waren, war es kein Problem,

ein Platz in der Sonne zu bekommen. Wir zogen um auf die kleine Empore der Taverne. Meerblick gab es auch von hier <3

Raki ist ja das Nationalgetränk auf Kreta. Mögen wir beide nicht, dafür aber einen guten Ouzo.

Die letzten Tage hatten wir bereits feststellen müssen, dass man auf der Insel nicht in jeder Taverne ein Gläschen Ouzo bekommen konnte.

Und wenn es mal der Fall war, verlangten sie teils bis 8 Euro für ein Glas. Das war uns natürlich zu teuer.

Aber hier in dieser Taverne konnten wir mal wieder einen Ouzo genießen. Und das auch nicht zu teuer: 2,50 Euro, da konnten wir nicht widerstehen!

Und so verbrachten wir dort den Nachmittag mit ein paar Ouzos und Leute und Meer beobachten,

bis die Sonne von umserem Platz verschwand.

Aber sie verschwand nur durch Schatten in der Taverne,

am Strand gab es noch strahlenden Sonnenschein...

... und lud so noch zu einem kleinen Strandspaziergang ein.

Aufs Zimmer wollten wir noch nicht und wir hatten auch noch oder wieder Energie für eine kleine Tour am Spätnachmittag.

Da kaum mehr Wind vorhanden war, wollten wir noch einmal in die Richtung laufen, wo wir bereits am Morgen waren.

Wir hatten da gesehen, dass es einen Weg über der Straße gab. Also zogen wir so wie wir waren dorthin los.

So wie wir waren hieß, in Flip Flops nachdem wir vorher am Strand waren.

Das war natürlich gar keine gute Idee!

So ließ es sich über den felsigen Weg, der noch dazu eine nicht zu verachtende Steigung hatte, alles andere als gut laufen.

Gleich nachdem wir einen Punkt erreicht atten, von dem aus wir eine gute Sicht auf "unsere" Bucht hatten, drehten wir wieder um.

Ohne passendes Schuhwerk machte es keinen Sinn weiterzulaufen.

Der Strand wurde Tag für Tag mit mehr Sonnenschirmen aufgerüstet.

Anstatt der kleinen Wanderung in den Berg hinein,

machten wir nun halt noch mal einen abendlichen Rundgang durch den Ort.

Bei dem Häuschen überlegten wir immer wieder, wenn wir dran vorbeikamen, wie die Leute wohl zu den zwei oberen Türen kamen.

Die erste Stufe der Treppe ging mir schließlich fast bis zur Schulter...

Noch ein kleiner Stopp im Supermarkt, um uns ein Eis zu holen und dann ging es aufs Zimmer. Schon wieder war ein Tag rum.

Warum verfliegen die im Urlaub immer schneller als daheim im Alltag???

 

Hier geht´s weiter zu Tag 7: