Tag 15

Samstag, 27. April 2024

Unser Flug ging erst am späten Nachmittag, so dass wir uns nicht stressen mussten.

In Ruhe packten wir unsere Sachen und verstauten alles im Auto.

Dann machten wir uns auf den Weg zum Kloster Arkadi. Das lag so ziemlich auf unserer Strecke Richtung Flughafen.

Da es das bedeutendste Nationaldenkmal Kretas ist, sollte es bei unserem Erstbesuch nicht fehlen.

Am Eingang wurden uns 3 Euro pro Person abgeknöpft. Dazu bekamen wir auch eine kleine Broschüre,

in der wir über die wichtigsten Fakten des Kloster informiert wurden.

Wir gingen gleich als erstes durch das Vordergebäude nach oben.

Von da aus hatten wir einen guten Blick auf die Kirche.

Außerdem waren in dem Moment noch nicht soviele Besucher auf dem Gelände, so dass wir noch paar gute Fotos machen konnten.

Das Kloster liegt auf einer kleinen Hochebene südlich von Rethimno.

Mit den großen breiten Mauern ringsherum wirkte es auf uns eher wie eine Festung.

Es soll in den 1500er-Jahren erbaut worden sein.

Die Kirche steht im Zentrum des Klosterhofs und hatte eine beeindruckende Fassade.

Sie soll aus der venezianischen Zeit um 1587 stammen. 

Später wurde die Kirche von den osmanischen Besetzern in Brand gesetzt und wie durch ein Wunder blieb ihre schöne Fassade erhalten.

Im Inneren befand sich ein schön geschnitzter Altarschirm aus Zypressenholz, der im Jahr 1902 angefertigt wurde.

Zudem konnten wir vergoldete Ikonen mit religiösen Abbildungen bestaunen.

In einem der Seitengebäude waren ein Museum und die Kunstgalerie untergebracht.

Dort waren Kunstwerke sowie religiöse Artefakte ausgestellt und es wurde die Geschichte des Klosters dokumentiert.


Im 16. und 17. Jahrhundert diente das Kloster auch als Zentrum des Lernens und beherbergte zudem eine Goldstickerei-Werkstatt,

deren Stoffe und Gewänder an Kirchen und Klöster in der ganzen Welt verkauft wurden. 

 


Dann kamen wir zu dem Bereich des Klosters, wo das tragische Ereignis stattfand, weshalb die Griechen es als Nationalheiligtum betrachten.  

Während der Belagerung durch die osmanischen Besatzer im Jahr 1866 verbarrikadierten sich hier 964 aufständische Kämpfer, Frauen und Kinder.

Das übermächtige osmanische Heer griff dann das Kloster an. Als sich nach zwei Tagen ihr Widerstand als aussichtslos erwies,

sprengten sich die Belagerten mit dem Pulvermagazin in die Luft. Sie wählten lieber den Tod anstatt sich dem Feind zu ergeben.  

Die Überreste des Pulvermagazins...

an deren Ende eine Tafel an die erinnert, die hier ihr Leben für die Freiheit ließen.

Genauso eine tragische Rolle spielte der ehemalige Speisesaal des Klosters.

Auch hier verschanzten sich 36 kretische Freiheitskämpfer bei der Erstürmung des Klosters durch die Osmanen.

Die Freiheitskämpfer wurden im Speisesaal von den Angreifern niedergemetzelt.

Einschusslöcher an den Wänden und in den Möbeln sollen von diesem Ereignis herrühren.

Auf den langen Holztischen und den Bänken sollen noch die Spuren der Schwerter zu sehen sein.

Heute lebt immer noch eine Handvoll Mönche in den Gemäuern und gehen dort ihrer Arbeit nach.

Sie empfangen auch Besucher und Pilger, die in den Zellen übernachten möchten. 

Diese Räume gab es für normale Besucher aber nicht zu besichtigen.

Das Geschoss in diesem Baum soll ebenfalls von der Erstürmung stammen:

Außerhalb der Mauern des Klosters stand noch das Totenhaus.

Das Gebäude war ehemals eine Windmühle, wurde aber umfunktioniert.

Das Totenhaus behebergt die Schädel und Knochen der Menschen,

die bei der großen Explosion 1866 ums Leben kamen.

Das Kloster war übrigens früher auf dem 100-Drachmen Geldschein abgebildet.

Wir fanden das Kloster und seine Geschichte mehr als sehenswert und hatten auch richtig Glück mit unserem Zeitfenster gehabt.

Es waren am Morgen noch nicht allzu viele Besucher anwesend und wir konnten so alles in Ruhe anschauen.

Als wir das Gelände verließen, trafen 2 große Busgruppen ein. Wir hatten wirklich Glück gehabt!

Fast zwei Stunden hielten wir uns auf dem Gelände auf. Danach machten wir uns auf den Weg zum Flughafen.

Dabei hielten wir Ausschau nach einer Taverne. Wir hatten immer noch massig Zeit und wollten deshalb gern noch Mittagessen gehen.

Fast direkt neben der Schnellstraße Richtung Heraklion wurden wir fündig.

Es war eine sehr kleine Taverne, aber hier konnten wir immerhin noch einmal im Freien sitzen.


Auf Grund der Lage und des gesamten Erscheinungsbildes der Lokalität hatten wir kein kulinarisches Highlight erwartet.

War gut so, weil das bekamen wir auch nicht  :-D

Aber wir wurden satt und günstiger und besser als ein Essen direkt im Flughafengebäude war es sicherlich.

Zum Schluß unserer Tour wollte Bäda unserem Mietwagen unbedingt noch eine Wagenwäsche gönnen.

Der war schon ganz schön verdreckt und verstaubt.

Wir fanden kurze Zeit später eine große Tankstelle mit Waschplätzen. Und noch dazu lag sie idyllisch über dem Meer,

so dass wir noch einmal ein Stück der wunderschönen Küste Kretas mit den Augen aufsaugen konnten.

Der kleine Flitzer blitzte nun wieder und war bereit zur Abgabe.

An der Autovermietung mussten wir etwas warten. Dann kam eine Dame und inspizierte ganz genau den Wagen.

Kleiner Unterschied zur Abgabe in den USA, wo man die Autos recht flott abstellen soll, ein Mitarbeiter schnell um den Wagen flitzt und einen groben Blick darauf wirft. Die Dame gab dann ihr ok und wir wurden mit deren Shuttlebus zum Airport chauffiert.

Und das wars dann auch schon mit unserem 2-wöchigen Kreta-Trip.

Unser Flieger hob püntklich in Heraklion ab und brachte uns sicher heim nach München.

 

 

Fazit

Kreta hat uns in allen Belangen überrascht und fasziniert.

Wir waren tief beeindruckt von der wahnsinnig schönen Natur.

Die Jahreszeit kam uns da natürlich sehr entgegen. Wir haben das grüne und blühende Kreta geliebt! 

Vor allem der noch nicht so touristische Süden der Insel begeisterte uns sehr.

Schon nach paar Tagen waren Bäda und ich uns einig, dass wir ein weiteres Mal auf die Insel kommen müssen.

Es gibt schließlich auch noch zuviele Orte und schöne Trails dort, über die wir bereits in anderen Reiseberichten gesehen und gelesen haben,

die wir noch gern besuchen möchten. Sicherlich hätten wir in diese Tour auch schon mehr packen können, aber für uns war es so genau richtig.

Bei 3 Nächten an jedem Ort konnten wir in diese intensiver eintauchen und alles einfacher gemütlicher angehen.

Nur eines stand für uns auch fest: Wenn Kreta, dann wieder in der Vorsaison oder mal anders in der Nachsaison.

An allen Orten, wo wir waren, gab es immer nur kleine Strände und Buchten. Wir mochten es uns nicht ausmalen, wie es dort im Sommer zugeht.

Glücklicherweise sind wir nun nicht mehr an Ferienzeiten gebunden ;-P

 

-Ende-