Tag 13

Donnerstag, 25. April 2024

Heutiges Ziel am späten Nachmittag sollte der kleine Ort Bali an der Nordküste sein.

Unsere Sachen waren wieder mal schnell zusammengepackt und draußen erwartete uns herrlichstes Urlaubswetter.

Bevor es endgültig weiter ging, machten wir schnell noch mal Fotos fürs Urlaubsalbum

von unserem Hotel und der daneben liegenden Taverne:


Familie Duck war ganz schön wagemutig, auf der Hauptstraße die Seite zu wechseln:

Auf der Fahrt zu unserem Ziel mussten wir einmal mehr die Berge durchqueren.

So lag die Kourtaliotiko-Schlucht mitten auf dem Weg und wir hatten dort eine Wanderung zu den Wasserfällen eingeplant.

Diese Tour wollten außer uns noch mehrere angehen, so dass wir am Parkplatz zum Eingang der Schlucht erst mal keinen freien Platz mehr fanden.

Alle waren bereits belegt. Ein Stück weiter ga es noch eine Möglichkeit, direkt am Straßenrand zu parken.

Dort erwischten wir tatsächlich die letzte freie Stelle. Gut, dass wir nur einen kleinen Wagen hatten!

Nachdem dort soviele Autos standen, befürchteten wir, dass es auf dem Weg ein Menschenauflauf geben würde.

Zum Glück verlief sich die Menschenmeute recht schnell und wir konnten diese grandiose Natur in vollen Zügen genießen.

Gleich am Start des Trails bot sich uns eine atemberaubende Kulisse:

Wir begegneten hier zwar öfters Personen als auf unseren letzten Ausflügen,

aber hielt sich alles im Rahmen. Es gab Teilstücke, da waren wir wieder komplett allein unterwegs.

Der Trail war super angelegt. Anfangs ging es über breite Wege leicht bergab und -auf.

Auf einem kleinen Teilstück mussten wir etwas kraxeln und über paar Felsbrocken klettern.

Dann führten uns Steinstufen weiter nach unten.

Wir erreichten eine kleine Kirche. Sehr idyllisch eingebettet mitten in der Felslandschaft.

Nach uns kam eine Familie von unten herauf zur Kirche gelaufen.

Die beiden Kinder sahen das Seil, dass mit der Kirchenglocke verbunden war und bimmelten munter drauf los.

Das ging minutenlang so. Die Eltern fühlten sich nicht bemüßigt, etwas dazu zu sagen oder ihren Kids Einhalt zu gebieten.

Es kamen weitere Wanderer vorbei, jeder einzelne von ihnen schüttelte nur den Kopf. 

Ich glaube, wir waren nicht die einzigen, die das Verhalten der Familie unmöglich und respektlos empfanden! 

Danach führte der Weg sogar auf einem gepflasterten Stück weiter.

Über eine weitere Treppe gelangten wir zu den Wasserfällen.

Die Schlucht war hier so eng, dass wir von oben nur durch einen recht schmalen Spalt Blicke auf das herabstürzende Wasser erhielten.

Das Schauspiel war somit nicht ganz so spannend, wie wir es uns ausgemalt hatten.


Wir liefen noch weiter und landeten über den Wasserfällen.

Mehrere kleine Seen hatten sich dort zwischen dem Gestein gesammelt.

Ein sehr schönes Fleckchen Erde! Allerdings sprangen uns hier zuviele Leute umher, dass wir recht schnell weiterzogen.

Es gab noch einen weiteren Zugang zu den Wasserfällen, von wo aus man sie von unten sehen und dort auch baden konnte.

Also liefen wir zurück bis zu einem Schild, das uns den Weg nach unten wies.

Nach kurzer Zeit standen wir wieder vor einer Steintreppe, über die wir hinunterkamen.

Hier mussten wir schon besser auf unsere Schritte aufpassen.

Die Treppe war recht steil und die Stufen unterschiedlich hoch und teils auch schon sehr ausgewaschen.

Trotzdem machte es uns weiterhin Spaß, diesem Weg zu folgen.

Unten angekommen, wartete dann eine letzte Leiter auf uns, die allerdings komplett senkrecht zum Wasser führte.

Schon das letzte Plateau auf dem wir standen, war bröseliges Gestein und über einen Einschnitt im Felsen lag lediglich eine Metallplatte.

Somit war ich draußen für den letzten Abstieg. Zudem mir auch dort viel zu viel Gewusel war. Zig Leute, die sich teils auch rücksichtslos an einem vorbeischoben- nein danke! Bäda machte das alles nix aus, er wollte unbedingt unter den Wasserfällen baden. 

Somit trennten wir uns. Bäda bekam die Gopro in die Hand gedrückt und machte sich auf den Weg in die Tiefe,

während ich schon mal den Wiederaufstieg begann.

Ich wählte für mich einen anderen Weg als den beim Abstieg, da ich von unten ein Gemäuer aufblitzen sah.

Das wollte ich mir noch näher anschauen.

Klar war der Aufstieg etwas anstrengend, aber die Landschaft bot uns dafür so tolle Aussichten!

Immer wieder musste ich stoppen, machte paar Fotos, genoß diese Szenerie. Es war sooo toll!

Und fast wieder oben angekommen, war dort direkt neben dem Weg eine große Steinbank gebaut worden.

Von der aus hatte man einen herrlichen Panoramablick, einfach grandios!

Und dann kam ich schon an das Gemäuer, welches ich von unten erspäht hatte.

Es war quasi ein Eingangstor zur Schlucht.

Dieser Startpunkt zu den Wasserfällen gefiel mir viel besser als der, wo wir gestartet sind

und fand es nun ein wenig schade, dass Bäda dieser Zugang und die Aussichten enthalten blieben.

Den Rückweg zu unserem Auto direkt auf der Straße fand ich dann allerdings weniger prickelnd.

Es gab zwar einen schmalen Fußweg, aber die meisten vorbeirasenden Autos scherten sich recht wenig drum.

Ich legte also einen Spurt ein, um so schnell wie möglich von dieser Strecke runterzukommen.

Auf dem nächsten Foto kann man rechts die Straße erkennen, die um einen der Berge führt.

In der Mitte des Bildes ist der Weg, den wir hinuntergelaufen waren und wo Bäda wohl wieder hinaufkommen würde.

Ich schaute also unter mir und siehe da, da kam er schon angelaufen!

Eigentlich hatte ich noch gar nicht mit ihm gerechnet, weil er schließlich baden wollte.

Ich rief ihn zwar von oben, aber mein Göga hörte -mal wieder- nichts  ;-P

Er würde noch etwas Zeit brauchen, bis er wieder auf meiner Höhe wäre. Um auf ihn am Auto zu warten, war es mir zu heiß.

Das stand in der prallen Sonne. Also lief ich noch eine "Etage" höher, da hatte ich noch eine Kirche entdeckt.

Von oben konnte ich einen Blick auf unser Auto werfen. Seht ihr es auch?  :D

Dieser kleine Aufstieg hatte sich noch mal gelohnt!

Toller Ausblick bis aufs Meer an der Südküste, herrlich!

Und diese alte Kirche hatte doch auch etwas vor der Bergkulisse:

Hinter der Kirche konnte ich erkennen, dass Bäda nun auch oben an der Straße angekommen war.

Ich rief ihm noch einmal zu. Nun hatte er mich gehört und kam auch noch auf den Hügel hinauf.

Die Kirche selbst war leider verschlossen, was wir natürlich sehr schade fanden.

Aber allein für die Aussicht hatte sich auch dieser Aufstieg wieder gelohnt.

Bisserl verschwitzt aber hochzufrieden kamen wir schließlich wieder an unserem Auto an.

Einen weiteren Stopp legten wir später noch bei dem Spätminoischen Friedhof von Armeni ein.

Wir hatten davon Fotos auf googlemaps gesehen, die unser Interesse geweckt hatten.

Ehe wir uns aber versahen, waren wir an der Abzweigung, die uns zum Ziel führen sollte, vorbeigefahren.

Blöd, dass wr uns gerade auf einer Schnellstraße befanden, wo wir nicht einfach mal schnell umkehren konnten.

Wir mussten eine beachtliche Meile weiterfahren, bis wir endlich an eine Ausfahrt kamen, wo wir umdrehen konnten.

Danach war der archäoligische Friedhof schnell gefunden.

Am Kassenhäuschen zahlten wir pro Person 3 Euro Eintritt.

Seit 1969 wurden hier bis heute auf dem Gelände mehr als 220 Gräber freigelegt.

Die Grabanlagen stammen etwa von 1390 bis 1190 v. Chr. und sind somit unglaubliche 3200 bis 3400 Jahre alt!

Fast nicht vorstellbar! Es ist der größte bekannte Friedhof der Minoer auf Kreta.

Die ganze Anlage lag in einem beschaulichen Laubwald.

Die Bäume spendeten uns Schatten, so dass es richtig Spaß machte, durch die Wiesen zu streifen.

Auf dem Friedhof gab es damals eine genaue Regelung. So gab es zum Beispiel Abschnitte für reiche Leute und Gräber für arme Menschen,

die somit natürlich auch unterschiedlich groß waren.           

Die Grabbeilagen, die aus den Gräbern geborgen wurden, fanden wir hier allerdings nicht. Sie werden in den archäologischen Museen in Rethymno und Chania aufbewahrt. Aber allein die Bauart dieser Gräber zu sehen, war für uns beeindruckend.

Es handelte sich meistens um Kuppelgräber mit einem Zugangskorridor. Vor die Grabkammern waren Steinplatten gesetzt,

um sie nach außen zu verschließen. Dieser Korridor wurde anschließend verschüttet.

Durch den Baumbestand waren Wege angelegt, die wir fast allesamt abliefen.

In die einzelnen Grabstätten, wovon die meisten wohl Familiengruften gewesen sein sollen, durfte man sogar hinabsteigen.

Bei den ersten, an denen wir vorbeikamen, schauten wir in jede einzelne hinein.

War schon etwas spooky!

Meistens konnten wir sie nur geduckt betreten. Innen war es feuchtkalt und es gab einen modrigen Geruch.

Bei einigen unterteilte sich das Innere in mehrere Räume.

Irgendwann gaben wir es auf, jede einzelne Grabstelle zu inspizieren.

Sie waren doch im Innern alle gleich und mehr als nackte Mauern und Raumeinteilungen gab es nicht zu sehen.

Außerdem waren es soooo viele, wir konnten uns nicht alle anschauen :-D

Nachdem wir also für kurze Zeit in ganz alte Geschichte eingetaucht waren, ging es danach wieder mit dem Auto auf unsere letzte Etappe des Tages.

Nach Bali zu kommen war total easy, die richtige Straße von unserer Unterkunft zu finden dagegen etwas tricky.

Es war ein typischer kleiner griechischer Ort mit vielen engen und verwinkelten Gassen.

Wir stellten also erst mal das Auto ab und suchten zu Fuß weiter. Direkt unter der Unterkunft war eine Bar, wo wir uns melden sollten.

Schnell fanden wir dort einen netten Typen, der uns sofort in unser Appartment brachte.

Kleines Zuckerl: Wir waren im Moment die einzigen Gäste in der oberen Etage und hatten somit die riesige Dachterrasse für uns allein.

Auch das Appartment konnte sich sehen lassen:

Für uns war das Herzstück aber eindeutig die große Terrasse, 

von der wir einen grandiosen Blick über fast den gesamten Ort und aufs Meer hatten!  <3


Einen eigenen Parkplatz konnte diese Herberge tatsächlich nicht bieten. 

Wir parkten ca 500 Meter entfernt fast am Ortsrand. Uns machte das nichts aus, wir waren schließlich mit leichtem Gepäck unterwegs.

Mehrere schwere Koffer hätte ich da aber nicht hinschleppen wollen.

Nachdem wir uns im Zimmer kurz eingerichtet hatten, sollte es endlich etwas zum Essen geben.

Wir hatten von unserer Terrasse aus ein Lokal entdeckt, dass nebenan auf gleicher Höhe lag.

Somit ein Restaurant mit Meerblick, dort stürmten wir als nächstes hin.

Wir wurden in der Taverne sehr freundlich empfangen und uns wurde ein Tisch ebenerdig angeboten.

Als wir nach einem Tisch im oberen Stockwerk fragten, war es überhaupt kein Problem. Unten waren bereits ein paar Tische besetzt,

oben waren wir erst mal die ersten Gäste. Schnell war klar, warum das so war. Oben pfiff uns ab und an eine kalte Brise um die Ohren.

War uns aber egal. Lieber fröstelte es uns ein wenig, aber wir hatten diese tolle Aussicht!

Das Essen und der Wein waren dort einfach nur köstlich!

Wir hatten uns kurz vorher noch die ausgehängten Speisekarten von zwei, drei weiteren Tavernen angeschaut und festgestellt,

dass es hier im Ort tatsächlich etwas teurer war als in den Orten, wo wir bisher verweilten.

Aber davon ließen wir uns das Abendessen nicht vermiesen.


Es war noch Spätnachmittag, so dass wir nach dem Essen noch eine erste Runde durch den Ort drehten.

Auch in Bali gab es einen kleinen Hafen, wo man herrlich über die Mole spazieren konnte.

Für unseren abendlichen Absacker wählten wir die Sailors Bar, die direkt unter unserer Unterkunft lag.

Die gemütliche Einrichtung zog uns fast magisch an.  :D

Außerdem hatte die Bar sehr gute Rezensionen im Internet erhalten. Vor allem die Cocktails sollten spitze sein.

Also testeten wir mal welche...


Leider muß ich sagen, dass ich dort einen der schlechtesten Mojitos in meinem Leben bekommen hatte.

Aber ok, vielleicht können sie einfach nur keinen guten Mojito mixen. Beim nächsten ließ ich mir einen von unserem supernetten Barkeeper 

empfehlen. Der sollte dann seine Eigenkreation sein. Netter Versuch, aber neee, das war leider auch nichts!

Richtig schlimm fand ich vor allem, dass die Gläser jedes Mal voll mit crushed ice waren und somit kaum Inhalt hatten.

Da hast zwei mal am Strohhalm gezogen, schon wars wieder leer. Und das bei Preisen um die 10 Euro.

Auf einen weiteren Versuch verzichteten wir.

Unterkunft:

Bali Seaside Sailor, Balion

DZ für 2 Übernachtungen ohne Frühstück 102.- Euro

 

Hier geht´s weiter zu Tag 14: