Tag 12

Mittwoch, 24. April 2024

So ganz hatte sich der Dunst noch nicht verzogen, dennoch sah es viel freundlicher aus als am Vortag.

Wobei wir uns sowieso den gesamten Urlaub nicht übers Wetter beschweren konnten.

Temperatur war immer mindestens um die 23 Grad, oft auch wärmer.

Es war ein Ausflug mit dem Auto zum Frangocastelo geplant.

Bäda: "Können wir dahin nicht laufen? Schaut auf der Karte gar nicht so weit entfernt aus..."

Fazit: Wir fuhren fast eine Stunde bis zur Festungsruine!  :D

Unterwegs machten wir allerdings auch wieder den ein oder anderen kurzen Stopp,

wenn sich die Gelegenheit bot und die Aussicht besonders schön war.

Und wir verfuhren uns auch mal.

Kamen an eine Stelle, wo es absolut nicht mehr möglich war weiterzufahren.

Zumindest nicht mit unserer kleinen Kiste.

Aber schön war es trotzdem an diesem etwas abgelegenen Ort.

Es gab eine kleine wilde Bucht, dahinter floß ein kleiner Bach und es grünte überall.

Eigentlich ein Traumplätzchen, aber wir wollten ja noch weiter. 

Beziehungsweise mussten wir erst mal wieder zurückfahren, um auf der richtigen Straße zu landen.

Am Frangocastelo angekommen bemerkten wir sofort wieder, dass Vorsaison war.

Das soll normalerweise ein sehr beliebtes Ausflugsziel sein, sowohl für Touristen als auch für Einheimische.

Aber es standen gerade mal vier Autos auf dem großen Parkplatz.

Das Frangocastelo, der kleine Ort nebenan heißt übrigens genauso,

ist ein Kastell aus dem 14. Jahrhundert und das erste Bauwerk der Venezianer auf Kreta.

Nach einer wechselvollen Vergangenheit und verschiedenen Eroberungen sind inzwischen fast nur noch die Außenmauern erhalten.

Diese waren allerdings sehr imposant.

Um das Innere der Festung zu besichtigen, mussten wir pro Person 2 Euro zahlen.

Für uns war es das allemal wert.

Im Inneren gab es dann noch paar Grundmauern mehr zu bestaunen.

Einer der Ecktürme war mit der Treppe restauriert worden,

aber leider war bei unserem Besuch der Zugang dazu gesperrt  :-(

Wir konnten die Festung auf eigene Faust erkunden und so lange drin bleiben, wie wir wollten.

Mit uns war nur noch ein weiteres Pärchen zur Besichtigung in den Innenhöfen. Das fanden wir natürlich klasse.

Wir beobachteten dann aber tatsächlich Leute, denen das Eintrittsgeld zu viel war und die sich so nur die Außenmauern ansahen.

Verstanden wir nicht so ganz, aber das muss zum Glück jeder für sich selbst entscheiden.

Die einheimischen Kreter lehnten damals übrigens den Bau der Festung ab, da sie ihn als Symbol für die ausländische Besatzung sahen.

So sabotierten sie zum Beispiel nachts die Bauarbeiten und zerstörten, was tagsüber von den Venezianern errichtet worden war.

Geholfen hatte es nicht viel, der Burgbau wurde dennoch nach guten 3 Jahren fertiggestellt.

Unter der Burg befand sich eine Taverne, die aber leider noch geschlossen war.

Es wurde dort aber schon fleißig geputzt für die Eröffnung in den nächsten Wochen.

Schade, für uns dann zu spät, wir hätten dort gern eine kleine Erfrischung zu uns genommen.

Selbst von Weitem bot die Ruine einen imposanten Anblick.

Direkt vor dem Kastell erstreckte sich ein ewig langer Sandstrand.

Ohne jegliche Hotelburgen dahinter, es war ein Träumchen!

An diesen Strand soll es im Sommer viele Ausflügler hinziehen.

Jetzt aber im Frühjahr hatten wir ihn fast für uns allein.

Noch einmal das Kastell vom Strand aus:

Wir flanierten am Meer entlang Richtung des kleinen Ortes Frangocastelo.

Den wollten wir uns auch noch anschauen, wenn wir einmal dort waren.

Es war ein wirklich kleiner Ort, wo wir so gut wie keine touristischen Spuren fanden.

Wer Ruhe sucht, wäre in diesem Ort an der richtigen Stelle. Uns wäre es auf Dauer wohl zu fad gewesen.

Außer einem kleinen Supermarkt, zwei Pensionen und Tavernen bot der Ort nichts.

Aber sehr idyllisch war es hier schon!

Wir spazierten noch zum ortseigenen kleinen Hafen.

Zwei kleine Fischerboote dümpelten im Meer, das wars dann auch schon wieder.

Wie schon gesagt, es war ein sehr beschauliches Örtchen.

Den Rückweg traten wir dann über die Straße oberhalb des Ortes an.

Wir hofften noch, eine Taverne oder kleinen Shop zu finden, wo wir uns etwas kaltes zu Trinken kaufen konnten.

Mittlerweile war es wieder richtig heiß geworden und wir wurden mit strahlendem Sonnenschein verwöhnt.  :-)

Gegenüber des Parkplatzes vorm Kastell gab sich tatsächlich eine größere Taverne. Die war uns bei unserer Ankunft gar nicht aufgefallen.

Aber auch diese befand sich noch im Dornröschenschlaf. Das bedauerten wir etwas, weil diese Location wirklich cool war.

Die gesamte Einrichtung aus dunklem Holz war sehr urig, wirkte auf uns wie eine alte Piratenspelunke.

Sehr geil, aber halt leider geschlossen.

Auf der Hinfahrt war mir noch kurz vor dem Kastell eine kleine Kirche aufgefallen, die ganz allein auf einer Wiese stand.

Wir ließen also unser Auto noch weiter auf dem Parkplatz stehen und marschierten nun zur Kirche.

Vor der Kirche passierten wir ein kleines Mahnmal,

zu dem wir aber keine weiteren Infos auf englisch oder deutsch fanden.

Also keine Ahnung, für was es dort errichtet wurde.

Auf uns wirkte die kleine Kirche mit ihrem schönen Eingangsportal wie aus einem alten Westernfilm.

Da war dann sogar Bäda mal von einer Kirche begeistert ;-P

Anschließend liefen wir zurück zum Auto.

Dort suchten wir auf googlemaps nach einer kleinen Wandertour, die wir noch auf unseren Rückweg zum Hotel einbauen könnten.

Wurden aber nicht so richtig fündig. Also fuhren wir erst mal los. Mal schauen, was uns spontan noch so begegnete.

Wir hielten an einer Wiese, wo paar Pferde grasten. Die wirkten allesamt nicht so wirklich gesund auf uns.

Allerdings kennen wir beide uns mit Pferden so gar nicht aus....

Als nächstes hielten wir neben einem ausgetrockneten Bachlauf.

Wir parkten unser Auto im Schatten und stiefelten einfach mal den Weg entlang.

Es ging leicht bergauf und wir wurden von lautem Glockengeläut begleitet.

Kurz drauf entdeckten wir auch schon, von wem das Geläute kam.

Im Gelände machte sich eine große Schafherde breit. Die Tiere kreuzten rechts und links unseren Weg und ließen sich von uns überhaupt nicht stören.


Weiter oben trafen wir auch noch auf eine Hühnerkolonie samt ihren Hähnen.

Bauernhof-Feeling pur!

Allerdings endete der Weg für uns dann auch recht schnell recht abrupt.

Er war mit Drahtzäunen versperrt, also machten wir notgedrungen kehrt.

Den nächsten Stopp gab es dann an einem offiziell angeschriebenen Aussichtspunkt.

Ja, konnte sich sehen lassen!

Wobei ich ein Stück weiter diese Aussicht direkt neben der Straße noch viel geiler fand!

<3

Wieder im Hotel gelandet, haben wir uns nur schnell etwas erfrischt und sind dann noch einmal losmarschiert.

Das Auto blieb vorm Hotel stehen und wir zogen direkt an der Küste in die entgegengesetzte Richtung vom gestrigen Tag los.

Und landeten schließlich im Hafen von Plakias.

Mit paar Fotostopps waren wir grad mal ca 20 Minuten unterwegs. 

Im Sommer sollen von hier aus auch paar Ausflugsboote starten.

Es war ein typischer kleiner Fischerhafen.

Sehr hübsch anzuschauen.

Und schon ging´s wieder zurück.

Kleine Bar oder Kiosk, um etwas länger im Hafen verweilen zu können, gab es nicht.

Bevor es zum Essen ging,

tummelten wir uns noch etwas am Strand vor unserem Hotel.

Und wer hätte es gedacht?

Auch am letzten Tag in Plakias ging es wieder in die Taverne Apanemo  ;-P

Wir ließen uns dort wieder mit reichlich gutem Essen und Getränken verwöhnen.

Das war für uns ein sehr schöner Abschluß in diesem Ort.  Und allein die Taverne wäre für uns ein Grund zum Wiederkommen :-)

Den Abend verbrachten wir mit einem Absacker auf unserem Balkon,

von dem aus wir noch einen herrlichen Sonnenuntergang beobachten konnten.

Gute Nacht, Plakias!

 

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