Und wieder hieß es nach dem Aufstehen: Sachen zusammenpacken, wir ziehen weiter!
Wir lieben dieses Zigeunerleben auf Reisen!
Lang waren wir noch nicht unterwegs als wir das erste Mal anhielten.
Also wir mussten quasi anhalten, weil sich uns so tolle Ausblicke boten, die wir beide einfach im Bild festhalten wollten.
Der nächste geplante Stopp war dann beim Drymiskiano Ammoudi Beach.
Dort gab es einen Parkplatz und wir wollten von da aus zum Preveli-Strand laufen. Dieser Strand liegt am Fuße der Preveli-Schlucht und man kann ihn nur zu Fuß erreichen. Entweder von Osten oder Westen aus. Wir entschieden uns für den östlichen Wanderweg, weil dieser einfach besser in unsere Route passte. Bei der Fahrt dorthin durch die Berge kniff ich manchmal die Augen zusammen :D
Die Serpentinen waren teils so eng, dass es an manchen Stellen knifflig werden konnte bei Gegenverkehr.
Ich war heilfroh, dass ich nicht fahren musste! Unversehrt kamen wir an dem Parkplatz an. Ein paar wenige Autos standen bereits da.
Aber alles noch im Rahmen. Wir packten unsere kleinen Rucksäcke und machten uns auf den Weg.
Als erstes war aber ein Gang zum Meer natürlich Pflicht!
Den Pfad zum Preveli-Strand konnten wir dann eigentlich gar nicht verfehlen. Zum einen war er echt gut ausgeschildert
und zum anderen sahen wir immer wieder Leute, die sich auf den recht frequentierten Weg begaben.
Es war ein relativ leicht zu gehender Weg, der am Anfang der Strecke sogar ein Geländer hatte.
Das endete etwas später, war dann aber auch nicht mehr nötig. Der Pfad verlief so breit, dass man nicht zu nah an den Klippen laufen musste.
Somit auch für mich genau richtig ;-)
Von oben konnten wir einen ersten Blick auf den Strand erhaschen.
Noch konnten wir nicht das Besondere daran entdecken, es war in dem Moment einfach nur eine Bucht wie jede andere auch.
Wir waren also echt gespannt.
Unten angekommen, war dieser Strandabschnitt am Meer bereits gut besucht.
Aber um an richtig schöne Stellen zu kommen, sollte man sich in den Wald schlagen und einfach dem Fluß folgen.
So hatte ich es vorab gelesen und so taten wir es nun auch.
Schon an der Mündung des Flusses zum Meer waren wir von der Natur tief beeindruckt.
Das hohe Schilf, die vielen Palmen und im Rücken die rötlich schimmernden Felsen.
Zwischen den Felsen lugte auch noch ein Kloster hervor.
Nach Bädas Meinung hatten wir allerdings die letzten Tage bereits genug Kirchen gesehen, also liefen wir einfach nur dran vorbei.
Mitten auf dem Weg stand dann auf einmal diese für uns außergewöhnliche Pflanze mit der tollen Blüte.
Später fand ich heraus, dass es eine Gemeine Drachenwurz war und ihre Blütezeit eigentlich von Juni-Juli wäre.
Mhhhh, das hatte der Pflanze wohl niemand gesagt, war schließlich erst April...
Je weiter wir in das Dickicht eindrangen, umso mehr Palmen bekamen wir zu sehen.
Das sah nun nicht mehr wirklich nach einer griechischen Insel aus.
Vor allem das andere Flussufer war sehr gut besucht. Immer wieder drang Stimmengewirr zu uns rüber.
Dann fanden wir eine für uns wunderschöne Stelle, wo wir kurz rasten wollten. Ehe wir uns aber versahen,
kam eine Frau durchs Wasser gewadet und ließ sich genau vor unserer Nase nieder. Pech gehabt!
Wir liefen also ein Stück weiter und bei diesen kleinen Stromschnellen wollte Bäda aber endlich ins Wasser hüpfen.
Während er sich also im kühlen Nass labte, beobachtete ich kleine Vögel, die es auch zum Wasser zog, um dort zu trinken.
Apropos "kühles Nass"... Das Wasser des Flusses war um einiges kälter als das Meer. Brrrrr...
Und Bäda setzte sich da einfach rein!
Ich hielt mich dann doch lieber am Rande des Flusses auf ;-P
Ein guter Platz zum Trocknen!
Wir legten die nassen Sachen auf den erhitzten Felsen und ruckzuck war alles wieder trocken.
Irgendwann wurden wir stutzig, es war total ruhig um uns rum geworden.
Alle anderen Besucher waren weg, wir hielten uns nun ganz allein in diesem Paradies auf. Was war das schön!
Wir begriffen, dass die anderen Besucher Teilnehmer von Reisegruppen waren.
Der Bus spuckte die Leute oben am Parkplatz des westlichen Zugangs aus und sie hatten dann eine begrenzte Zeit, um sich die Gegend anzuschauen.
Somit konnten sie nicht allzu lang an diesem wundervollen Ort verweilen.
Allerdings beobachteten wir auch paar junge Leute, die hinter diesen Felsen verschwanden und nicht wieder zurückkamen.
Das beschwor unsere Neugier herauf! Wir tapsten barfuss durch den Fluss, um ans andere Ufer zu gelangen. Ich hatte zum Glück Flip Flops dabei.
Mit denen lief es sich besser über die glatten rutschigen Steine im Flussbett. An der tiefsten Stelle stand ich bis zu den Waden im Wasser.
Dann begannen auch wir über die hinteren Felsen zu klettern. Man gelangte so direkt mitten in die Schlucht.
Nachdem die Felsen aber immer höher wurden und für uns immer schwieriger zu erklimmen, drehten wir um.
Bäda nutzte die Einsamkeit und sprang noch ins hintere Becken, welches er nun für sich ganz allein hatte.
Dieses war doch so tief, dass er nicht stehen konnte.
Ich sah vom Kiesbett aus dort auch relativ große Fische schwimmen, irre.
Von Zeit zu Zeit ließen sich immer wieder mal paar einzelne Personen blicken. Aber keiner von denen blieb länger dort.
Konnten wir gar nicht verstehen, wir hätten den ganzen Tag an dem Platz verweilen können.
Und so verbrachten wir Stunden an dem Fluss.
Wir waren so froh, dass wir uns am Morgen beizeiten auf den Weg gemacht hatten und uns so eine größere Zeitspanne
für dieses so schöne Stückchen Erde nehmen konnten. Es war einfach soooo toll und wir fühlten uns pudelwohl!
Irgendwann am Nachmittag traten wir den Rückweg an, schließlich lag noch ein Stückchen Fahrt vor uns.
Auf dem Rückweg sahen wir dann am Strand auch noch den Heart Rock aus dem Meer ragen.
Wir waren auf dem Hinweg am Vormittag so fixiert auf den Prevelihain gewesen, dass uns dieser Felsen komplett entgangen war. :-D
War schon schön anzuschauen und seinen Namen trug er definitiv nichts umsonst.
Der vordere Strand direkt am Meer war übrigens nun sehr gut besucht.
Das lag mittlerweile ein Handtuch neben dem anderen. Das war gar nichts für uns, also schnell weiter!
Der Weg zurück lief sich genauso entspannt wie schon hinzu.
Aber klar: mit diesen Aussichten! <3
Wieder an unserem Ausgangspunkt dem Parkplatz gelandet, hatte dort nun eine Taverne geöffnet.
Wir nutzten die Gelegenheit für eine kalte Erfrischung!
Und dann ging es auch schon weiter.
Erst mal wieder über zig Serpentinen hinein ins Inselinnere.
Wir passierten ein kleines Dörfchen, wo wir auf diese toll aussehende Brücke trafen.
Die war uns dann auch sofort noch einen kurzen Stopp wert.
Wir parkten unser Auto direkt neben der Brücke. Es war die Preveli-Bridge, welche von den Osmanen um ca 1850 gebaut worden ist.
Sie ist heute funktionslos, kann aber zu Fuß immer noch begangen werden. Also marschierten wir einmal drüber.
Gleich neben der Brücke gab es eine schön anmutende Taverne im Freien, vor der Enten und Gänse am Fluß zu beobachten waren.
Wir überlegten kurz, dort einzukehren, entschieden uns schlußendlich aber doch dagegen.
Nach dem kleinen Rundgang durch die urige Gegend um die Brücke, ging es für uns direkt weiter zu unserer nächsten Unterkunft.
Ich hatte für uns als nächstes ein Zimmer mit direktem Meerblick in Plakias gebucht.
Das Hotel war schnell gefunden, Parkplätze gab es genügend direkt vorm Haus.
Allerdings war die Rezeption nicht besetzt, wir brauchten paar Minuten um jemanden zu finden, bei dem wir einchecken konnten.
Das Haus wirkte ziemlich leer, außer uns waren höchstens drei weitere Zimmer belegt. Essen wurde zu dem Zeitpunkt im Hotel nicht angeboten.
War für uns aber überhaupt kein Problem.
Das Zimmer war dafür das beste, welches wir auf unserer Tour durch Kreta bezogen:
Das Preis-/Leistungsverhältnis war hier einfach top! Zumindest im April!
Wir hatten uns dann die Preise für die Sommermonate angeschaut.... ui ui ui, da hätte ich es nicht gebucht ;-P
Der Ausblick von unserem Balkon:
Konnte man doch nicht meckern!
Gleich neben dem Hotel lag eine kleine Taverne.
Im Internet hatte sie gute Bewertungen, lediglich der Inhaber wurde des Öfteren als "griesgrämig und eigen" tituliert.
Wir waren nach dem langen Tag unterwegs nun reichlich hungrig und hatten keine Lust, noch meilenweit für einen Happen zu laufen.
Somit kam uns die Lokalität direkt nebenan wie gerufen!
Wir bekamen einen Tisch in der ersten Reihe mit direktem Blick aufs Meer.
Dazu ein guter Tropfen Wein und ein superfreundlicher Kellner- wir waren fürs Erste mehr als zufrieden!
Das Essen kam dann auch recht schnell und schmeckte einfach göttlich!
Ein großes Plus hatte die Taverne zudem für uns, da es Ouzo gab für 2 Euronen! :-D
Zum Bezahlen kam dann der Inhaber selbst direkt an unseren Tisch. Er setzte sich zu uns, fragte nach, ob alles ok gewesen wäre und rechnete typisch griechisch auf einem Block handschriflich alles zusammen. Ja, er war ein etwas kauziger Typ. Aber total nett, wir mochten ihn!
Nachdem wir satt waren, sah es bei uns mit Laufen auch wieder anders aus.
Wir drehten dann doch noch eine Runde durch den Ort. Quasi zur Verdauung ;-P
Der Ort hatte paar sehr gemütliche Ecken, so dass wir uns richtig auf die nächsten Tage hier freuten.
Unterkunft:
Creta Mare Hotel, Plakias
DZ für 3 Übernachtungen ohne Frühstück 153.- Euro