Tag 20

Donnerstag, 23. März 2023

by Annett

Bäda war irgendwann mitten in der Nacht aufgewacht, weil es ihm auf den Kopf tropfte. Wir hatten dann in unserem Zelt komplett die Schotten dicht gemacht. Stephanie und Moritz waren etwas gescheiter und hatten die Fenster bereits beim Zubettgehen allesamt zugezogen.

Jetzt wurden wir zwar erst mal nicht weiter nass, aber es wehte nun auch kein Lüftchen mehr durchs Zelt und wurde sehr schnell recht stickig.

Es regnete dann die komplette Nacht durch. Diesen Umständen geschuldet wurden wir an diesem Morgen allesamt sehr früh wach.

Und es regnete immer noch. Also Regenjacke übergezogen und angefangen, das erste Zelt zusammenzuklappen. Währenddessen hörte der Regen endlich auf. Wir hatten am Vorabend vergessen, die beiden Hängematten abzunehmen. Die trieften nun nur so voll Wasser.

Und die Zelte waren wohl für stundenlangen Regen auch nicht ausgelegt. Unsere Schlafsäcke, Kissen, alles war leicht nass.

Wir verstauten alles recht schnell im Auto und wollten nur noch weg.

Nach einem kurzen Stück Fahrt machten wir halt an einer Tankstelle, an der auch ein Supermarkt angeschlossen war. Gelegenheit, um unser ausgefallenes Frühstück nachzuholen. Allerdings herrschte an der Tankstelle eine eigenartige Atmosphäre, die uns etwas Unbehagen bereitete.

Es stand neben den Zapfsäulen ein LKW, der von drei Fahrzeugen flankiert wurde, und davor standen zig bewaffnete Uniformierte.

Also teilten wir uns auf. Zwei Mann kauften schnell das Nötigste im Supermarkt ein und erledigten ihren Toilettengang,

danach Wechsel und die anderen beiden suchten die Sanitäranlagen auf.

Hier wollten wir definitiv keine Brotzeitpause einlegen, auch wenn mittlerweile der LKW mit dem gesamten Tross weggefahren war.

Also fuhren wir erst mal weiter. Es dauerte aber nicht lang und wir schlossen auf die kleine Kolonne auf, die recht langsam unterwegs war.

War ja klar, dass die denselben Weg fuhren wie wir! Und die Straße war auf der Strecke ewig lang sehr kurvig, so dass ein Überholen nicht möglich war.

Zumindest nicht alle Wagen auf einmal. Und sich dazwischenzusetzen traute sich Stephanie nicht, die zu diesem Zeitpunkt unsere Fahrerin war.

Sag ja, diese Leute hatten uns auf dem Parkplatz schon etwas eingeschüchtert  :-P

Der Weg führte uns in Serpentinen über einen Berg. Und fast oben angekommen, saßen dort in großer Zahl Affen am Straßenrand.

Stephanie bremste sofort, aber das Geräusch dieses Manövers war den Tieren wohl zu unbekannt und sie flüchteten sofort ins Gebüsch.

Lediglich diesen einen Kerl konnte ich noch halbwegs im Bild festhalten.

Nach den Serpentinen kam dann endlich ein langes gerades Stück auf der Straße.

Das letzte Auto der kleinen Kolonne gab uns ein Zeichen, dass wir vorbeifahren sollten.

Nun konnten wir endlich etwas schneller fahren.

Vor allem Moritz und ich empfanden diese Strecke total fad! Wir brausten einfach über die Autobahn, viel zu schnell,

als das man etwas hätte entdecken können und so gab´s auch keinen Halt.

Für kurze Abwechslung sorgte dann nur die Durchfahrt durch Otjiwarongo.

Wir machten eine Brotzeitpause auf einem der vielen Parkplätze, die direkt neben der Schnellstarße lagen.

Hier hatte es wohl auch die Nacht geregnet:

Wir konnten den Tisch immer noch recht reichhaltig aus unserer Kühlbox decken.

Und während wir dort saßen, kam dann irgendwann auch wieder dieser Sicherheitskonvoi vorbei,

den wir auf der Strecke überholt hatten. Sie erkannten uns wieder und hupten und winkten uns zu. Witzig!

Dann ging´s auch schon wieder weiter.

Stephanie war ja heute unsere Fahrerin. Wir hatten das Navi am Laufen, was sie aber überhaupt nicht beachtete.

Und schwupps, waren wir so an unserer Abzweigung vorbeigefahren.

Also die nächste Umkehrmöglichkeit gesucht und das letzte Stück wieder zurückgefahren.

Hätte ihr doch besser auf einer interessanteren Strecke passieren können als auf dieser!  ;-P

Wir erreichten das Eingangstor zum Omatozu Safari Camp.

Kaum waren wir auf dem mal wieder riiiieeeesigen Farmgelände,

wurden wir von einer Giraffe begrüßt, die langsam auf uns zugelaufen kam.

Der Weg zur Rezeption war teils recht wild, aber gut ausgeschildert.

Während Bäda uns eincheckte, wählten sich Stephanie und Moritz sofort ins freie WLan ein.

:-D

Anschließend fuhren wir zu der uns zugewiesenen Campsite.

Wir bauten die Zelte auf und nutzten jeden geeigneten Baum, um unsere nassen Sachen zum Trocknen aufzuhängen.

Selbst die Matratzen waren feucht. Zum Glück brannte hier die Sonne wieder richtig runter.

Wir nutzten die Trockenzeit für einen Sprung in den Pool auf dem Gelände, der nur paar Schritte von unserem Platz entfernt lag.

Später gesellte sich ein deutsches Pärchen zu uns ins kühle Nass. Wir unterhielten uns und tauschten unsere Reiseerfahrungen aus.

Sie waren auch ans Ende ihrer Tour gelangt, für die beiden ging es bereits am nächsten Tag heim.

Nach dem Sprung ins kühle Nass liefen wir zur Rezeption.

Dort gab es eisgekühlte Getränke und für gemeinsame Grillabende eine richtig schöne gemütliche Location.

Das WLan hier an der Rezeption war allerdings erbärmlich, einfachste Emails konnten wir nicht abfragen.

Also erkundigten wir uns über die angebotenen Self Drives und Wanderwege. Wir bekamen daraufhin diesen Plan in die Hand gedrückt:

Da wir den kompletten Nachmittag noch zur Verfügung hatten, entschieden wir uns für den längsten lilafarbenen Self Drive.

Dazu mussten wir aber erst mal unsere Zelte wieder einklappen, um unser Fahrzeug nutzen zu können.

Unsere Sachen waren mittlerweile allesamt getrocknet, die Zelte innerhalb von 5 Minuten fest verzurrt- wir waren richtig schnell mittlerweile!

Und los ging´s!

Zu unserer Freude entdeckten wir gleich zu Beginn unserer kleinen Rundfahrt eine Antilopenart,

die wir zuvor noch nicht gesehen hatten:

einen Ellipsen-Wasserbock!

Die Tiere sahen schon recht lustig aus mit ihrer Zielscheibe auf den Hinterteilen:

Auch gab es wieder einige Termitenhügel zu bestaunen:

Ein Schwalbenschwanzspint:

Den ganzen Tag schon lag eine gewisse Melancholie bei uns in der Luft.

Unsere Tour näherte sich dem Ende und weil sie bis dato soooo schön und erlebnisreich war, legte sich nun etwas Traurigkeit über uns.

Stephanie war es geradezu ins Gesicht geschrieben:

Die Wege waren gut mit selbst bemalten Holzpfeilen ausgeschildert.

Es war einfach Wahnsinn, welche Ausmaße diese Farm hatte!

Unsere Tiersichtungen waren hier natürlich nicht so zahlreich wie an den vorigen Tagen im Etosha-Park.

Aber es war noch mal eine schöne Abschluß-Safari.

Und dann entdeckten wir in der Ferne auf einem Baum noch einen Ohrengeier:

Da hatte sich doch die Farmsafari für uns noch mal richtig gelohnt!

Auch eine Wasserstelle gab es auf der Farm.

Und im Gegensatz zum Etosha-Park mussten wir hier nicht im Auto sitzen bleiben.

Stephanie nutzte die Gelegenheit und erklomm den Hochsitz.

Von dort oben sah sie aber im Moment auch nicht mehr als wir vom Auto.

Es herrschte gähnende Leere ums Wasserloch.

Die Tiere der Farm waren scheuer als im Etoshapark.

Sobald sie den Motor unseres Autos hörten, ergriffen sie die Flucht.

Es zogen wieder mal dunkle Wolken auf.

Wir hofften wieder mal, dass sie an uns vorbeizogen!

Gerade war alles so schön getrocknet!

Unsere Fleischvorräte waren aufgebracht, also wurden Nudeln zum Abendessen gekocht.

Kleiner Nachteil der Campingausstattung: zum Nudeln kochen für 4 Erwachsene war der Campingtopf einfach zu klein.

Also zwei mal kochen und in Etappen essen. Für einen Abend war das ok, wenn es öfters gewesen wäre, hätte es uns genervt.

Ansonsten beim Grillen, wenn wir nur Beilagen gekocht hatten, reichte das Campinggeschirr für vier Erwachsene völlig aus.

Der letzte Campingabend war nun also angebrochen...

Wir spielten noch einmal Phase 10 Masters,

bevor wir leider unsere letzte Nacht in den Zelten verbrachten  :-(

Campingplatz:

Omatozu Safari Camp

Camp Site mit eigenem Sanitätshäuschen 11.- Euro pro Person und Nacht

 

Hier geht´s weiter zu Tag 21: